Das neue Leitungsteam...

...im Interview

Hallo Susanne! Neben der Administration und der Öffentlichkeitsarbeit bist du für das Management der Lebensgemeinschafts- & Leitungsthemen verantwortlich. Warum ist das so wichtig?

Immer wieder staune ich, wie vielfältig und zahlreich die Dinge sind, die wir zusammen bedenken und zur Entscheidung bringen müssen. Da gibt es Dringendes, Wichtiges, Schönes, Unangenehmes, Langwieriges, Neues, Selbstverständliches, Aktuelles, Dauerbrenner und alles andere auch. Uns fällt es total leicht, uns mit den Dingen zu beschäftigen, die obenauf liegen und zeitnah Klärung brauchen. Da sind wir echt gut! Und um mit den anderen Themen genauso gut umzugehen, braucht es etwas mehr Planung, Überblick und Hirnschmalz. Da komme ich ins Spiel. Ich sammle, sortiere, delegiere und plane. So kann sich jeder darauf verlassen, dass an alles gedacht und rechtzeitig besprochen wird. Meistens habe ich daran richtig Spaß. Es erinnert mich oft daran, wie gerne ich als Kind gepuzzelt habe. Bei so mancher fertigen Tagesordnung fühlt es sich an, als ergeben die vielen Einzelteile ein schönes Bild.

Susanne Meinel

Hi Johannes! Die Finanzverwaltung ist für dich als BWLer ein Teil deines Know-how. Wie ist das für dich in einem Glaubenswerk? Zudem bist du kommissarisch der Gästemanager. Das ist eher neu für dich. Welche Erfahrungen hast du bisher damit gemacht?

In Sachen Glaubenswerk hatte ich zum Glück schon Vorerfahrungen im Stoffwechsel e.V. in Dresden gemacht. Am kribbeligsten erlebe ich das Aushalten der Spannung zwischen dem Vertrauen auf Gott und seiner Versorgung einerseits und andererseits das zu tun, was in meiner Macht steht. Außerdem finde ich im BRUNNEN die Kombination aus den beiden Finanzierungssäulen Spenden und Seminar– bzw. Gästebetrieb reizvoll. Beide Bereiche haben ihre eigenen Logiken und die Abwechslung gefällt mir.

Dann muss ich sagen: Gäste machen mir großen Spaß. Das hätte ich vorher tatsächlich nicht erwartet. Aber die Absprachen, die Begegnung mit den Gästen und die Frage, wie wir es für sie hier schön machen, macht mir einfach Freude.

Johannes Gärtner

Hey Susann! In deiner Hand liegt die Leitung des Jahresteams. Was motiviert dich, diese Aufgabe auszuführen? Wieso schlägt dein Herz an dieser Stelle höher?

Zunächst einmal finde ich es toll, dass ich zusammen mit meinem Mann das JT begleiten darf. Im Sozialarbeitsstudium musste ich immer mal überlegen, mit welcher Zielgruppe ich gern arbeiten will. Damals sagte ich: Mit Menschen, die freiwillig da sind und etwas wollen. Das trifft auf jeden Fall auf die JT`ler im BRUNNEN zu und ich merke: Das motiviert mich. Jede/r kommt mit den ganz eigenen Themen und wir dürfen sie darin unterstützen weiterzukommen und gleichzeitig etwas von dem weitergeben, was wir als wertvoll erfahren haben. Ich genieße es zu sehen, wie sie wachsen, lernen, Neues entdecken und ich freue mich darüber mein Leben zu teilen, Menschen an unseren Tisch zu laden und unser Wohnzimmer für den Hausabend zu öffnen.

Susann Gärtner

Liebe Martina! Als Verantwortliche für das Leitungsteam bist du jetzt ja in einer ganz neuen Rolle. Wie geht es dir mit dieser Veränderung und wo siehst du deine Verantwortung?

Diese Rolle ist tatsächlich nicht so einfach. Zuvor waren wir in der Gemeinschaft in einem anderen Miteinander. Hilfreich ist, dass uns diese Rolle von den anderen zugesprochen wurde, sie es so möchten. Logisch ist es auch ein bisschen, sind wir doch diejenigen, die am längsten da sind, „die Alten“ also.
Mein Herz schlägt dafür, die Gemeinschaft in die nächste Generation zu führen, weiter zu gehen, zu schauen, was ist jetzt in unserer Zeit attraktiv für Menschen, die in einer Gemeinschaft mitleben und – wirken wollen. Wie muss es hineinübersetzt werden, wie passt das alles zusammen mit dem für uns nach wie vor verbindlich gültigen 3-fachen Auftrag des BRUNNEN. Dann trete ich gerne wieder in die zweite Reihe.

Weiter möchte ich darauf achthaben, dass einzelne in ihren Talenten gefördert und gefordert werden, und das alles den Menschen und Gottes Reich dient. Zudem habe ich eine Mentorin, die das selber kennt, die mich hinterfragen und weiterbringen darf, die mein Vertrauen hat in Sachen Leitungsamt in einer Gemeinschaft. Möge Gott sein Gelingen dazu geben.

Martina Schaaf

Hallo John! Du bist ja jetzt gemeinsam mit deiner Frau verantwortlich für das neue Leitungsteam. Was ist dir in dieser Rolle wichtig? Wie verstehst du dich in dieser Rolle?

An vielen Stellen ergeht es mir, wie meiner Frau. Wichtig ist mir, den inneren Bau der Gemeinschaft weiter im Blick zu haben. „Wie leben wir miteinander?“ war schon immer eine aktuelle Frage. Wie gestaltet sich verbindliches gemeinsames Leben in den 2020ern? Den Kurs nach vorne im Blick behalten, nicht in den Alltagsaufgaben stecken bleiben und gleichzeitig zu schauen, dass wir als Leitungsteam beieinander bleiben, miteinander Schritt halten - das ist mir sehr wichtig. Außerdem ist es unser Ziel, einen guten Aufnahmeprozess für neue Mitglieder der Gemeinschaft zu erarbeiten.  Wir wollen prüfen, was im Einschnitt des Leitungswechsels nach 30 Jahren an Bewährtem und Unaufgebbarem mitzunehmen ist, wie wir uns gleichzeitig angemessen weiterentwickeln sollen als größer gewordenes Werk. Wir ringen um Erneuerung, die der Entwicklung unseres Werkes und der sich verändernden Zeit angemessen ist.

Johannes Schaaf